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Allgemeines
Wie lange dauert das Lerntraining?
Wie lange ein Lerntraining dauert, lässt sich vorab nicht seriös einschätzen – jedes Kind bringt andere Voraussetzungen, Lernwege und Bedürfnisse mit. Bei kleineren Lernhürden oder vorübergehender Unsicherheit reichen manchmal schon wenige Einheiten, um das Vertrauen und die Freude am Lernen wiederherzustellen.
Liegt jedoch eine spezifische Herausforderung wie Legasthenie oder Dyskalkulie vor, ist in der Regel eine längerfristige, kontinuierliche Begleitung notwendig. Hier geht es nicht nur um Wissensvermittlung, sondern um den Aufbau von tragfähigen Strategien, positiven Lernerfahrungen und innerer Sicherheit.
Gemeinsam beobachten wir die Entwicklung deines Kindes, reflektieren den Fortschritt regelmäßig und passen das Training und die Dauer flexibel an. Ziel ist es, so lange wie nötig zu begleiten – die Entscheidung liegt aber immer bei euch als Eltern.
Wie schnell stellen sich Erfolge ein?
Das ist ganz individuell und hängt stark von der Ausgangssituation und der Motivation des Kindes ab. Manche Kinder zeigen bereits nach wenigen Einheiten mehr Sicherheit, ein besseres Verständnis oder weniger Frust. Andere brauchen etwas mehr Zeit, um neue Strategien zu verinnerlichen. Ich gebe dir regelmäßig Rückmeldung über den Entwicklungsstand deines Kindes – so kannst du gut einschätzen, wie es vorangeht.
Wann ist das Training abgeschlossen?
Das Training gilt als abgeschlossen, wenn die gemeinsam vereinbarten Ziele erreicht sind – das ist je nach Ausgangssituation sehr individuell. In der Praxis arbeite ich meist in 10er-Blöcken. Nach jedem Block könnt ihr frei entscheiden, ob ihr weitermachen möchtet. Ich halte euch rechtzeitig auf dem Laufenden, bevor ein Platz an die Warteliste vergeben wird. So bleibt ihr flexibel und könnt je nach Bedarf und Entwicklung des Kindes weiterplanen.
Wie oft soll mein Kind zum Training kommen?
Eine wöchentliche Trainingseinheit hat sich in der Praxis sehr bewährt. Sie sorgt für eine gute Lernroutine, gibt dem Kind genug Zeit zum Verarbeiten und Üben und ermöglicht gleichzeitig konstante Fortschritte. Bei Bedarf kann die Frequenz individuell angepasst werden – z. B. intensiver zu Beginn oder bei konkreten Schwierigkeiten. Wichtig ist, dass das Training regelmäßig und verlässlich stattfindet, damit sich das Kind sicher und unterstützt fühlt.
Darf ich als Elternteil beim Training dabei sein?
Gerne kannst du dabei sein – besonders dann, wenn dein Kind anfangs noch nicht allein bleiben möchte. Erfahrungsgemäß gelingt konzentriertes Arbeiten aber am besten im 1:1-Setting, ohne Ablenkungen und auf neutralem Boden. Deshalb empfehle ich nach einer kurzen Eingewöhnung meist, dass das Kind alleine trainiert. Aber wir schauen individuell, was für euch am besten passt.
Thema LESEN
Lesen ist mehr als eine Fähigkeit – es ist ein Werkzeug, um die Welt zu verstehen und aktiv mitzugestalten
Die Bedeutung des Lesens und die weitreichenden Folgen von Leseproblemen?
Lesen ist eine grundlegende Fähigkeit, die weit über das Verstehen von Wörtern und Sätzen hinausgeht. Es ist der Schlüssel zu Bildung, Wissen und Selbstständigkeit. Kindern, die das Lesen sicher beherrschen, eröffnet sich eine Welt voller Möglichkeiten. Das Lesen fördert nicht nur die Sprachkompetenz, sondern auch die Konzentration, das abstrakte Denken und die Fähigkeit, Informationen zu verarbeiten.
Kinder mit Leseproblemen stehen jedoch oft vor erheblichen Hürden. Sie haben nicht nur Schwierigkeiten im Deutschunterricht, sondern auch in Sachfächern, wo Texte für das Lernen essenziell sind. Dies führt häufig zu schulischen Rückständen, Frustration und einem Verlust des Selbstvertrauens. Ohne gezielte Unterstützung können diese Probleme langfristig bestehen bleiben und sich bis ins Erwachsenenalter auswirken.
Im Berufsleben haben Menschen mit Leseproblemen oft Schwierigkeiten, schriftliche Anweisungen zu verstehen, E-Mails zu verfassen oder sich eigenständig weiterzubilden. Auch im Alltag stoßen sie auf Barrieren, etwa beim Lesen von Verträgen, Formularen oder Informationsmaterialien. Leseprobleme schränken nicht nur die beruflichen Möglichkeiten ein, sondern beeinträchtigen das Selbstbewusstsein und die gesellschaftliche Teilhabe.
Individuelle Förderung und gezieltes Lesetraining in jungen Jahren sind daher von unschätzbarem Wert. Sie geben Kindern nicht nur die Möglichkeit, in der Schule zu bestehen, sondern legen den Grundstein für ein selbstbestimmtes, erfolgreiches Leben. Lesen ist mehr als eine Fähigkeit – es ist ein Werkzeug, um die Welt zu verstehen und aktiv mitzugestalten.
Wann ist ein Lesetraining sinnvoll?
Ein professionelles Lesetraining kann dann sinnvoll sein, wenn ein Kind erkennbare Schwierigkeiten mit dem Lesen hat, die sich durch eigenständiges Üben oder schulische Förderung nicht nachhaltig verbessern lassen.
Diese Schwierigkeiten zeigen sich häufig in folgenden Formen:
- Stockendes, unsicheres Lesen
- Probleme, Wörter schnell und sicher zu erkennen
- Geringe Lesegeschwindigkeit
- Monotones, unbetontes Lesen (z. B. „rasselt den Text herunter“)
- Mangelndes Textverständnis, was sich beispielsweise in Schwierigkeiten bei Textaufgaben äußert
- Wichtige Informationen können nicht aus einem Text herausgelesen werden
- Fehlende Freude und Motivation beim Lesen
- Negative Auswirkungen auf andere Schulfächer durch Frustration und Unsicherheit beim Lesen
- Wenn das Lesen von Texten zu großem Frust oder Vermeidungshaltung führt
Manche haben Schwierigkeiten, Lesestrategien zu entwickeln und Texte systematisch zu erschließen, was das sinnerfassende Lesen erschwert. Auch Motivationsprobleme spielen eine Rolle: Kinder, die negative Erfahrungen mit dem Lesen gemacht haben, verlieren häufig die Freude daran und brauchen Hilfe, um wieder mit Begeisterung und Selbstvertrauen an das Lesen heranzugehen.
Manchmal sind Buchstaben und deren Laute noch nicht ausreichend verankert, wodurch das sichere Erkennen und Verbinden von Buchstaben zu Wörtern erschwert wird. Besonders bei einer Lese-Rechtschreib-Schwäche/Legasthenie ist eine gezielte und individuell abgestimmte Förderung entscheidend.
Wie läuft das Lesetraining ab?
Das Lesetraining beginnt mit einer Erhebung der aktuellen Fähigkeiten deines Kindes. Dabei überprüfe ich Lesegeschwindigkeit, Richtigkeit, Textverständnis und den Stand der Grundlagen des Lesens. Je nachdem, wo dein Kind steht, arbeiten wir uns Schritt für Schritt voran: vom Verankern der Buchstaben und dem Zusammenschleifen von Lauten über das Lesen von Silben und Wörtern bis hin zu Sätzen und ganzen Texten. Ein besonderer Fokus liegt dabei stets auf dem sinnerfassenden Lesen.
Ich lege großen Wert darauf, die Freude am Lesen zu fördern. Dafür nutze ich kreative und kindgerechte Methoden, wie selbst geschriebene Texte oder kleine Überraschungen – vielleicht findet dein Kind auch mal einen persönlichen Brief hinter meiner Wichteltüre. So wird das Lesen nicht nur geübt, sondern mit positiven und motivierenden Erlebnissen verknüpft.
Regelmäßig überprüfe ich den Lernfortschritt, um das Training individuell an die Bedürfnisse deines Kindes anzupassen. Ergänzt wird das Training durch spielerische Übungen am Computer und Bewegungseinheiten, die das Lesen abwechslungsreich und effektiv machen.
Ein wichtiger Bestandteil des Erfolgs ist auch die Übung zu Hause. Um den Lernprozess zu unterstützen und sicherzustellen, dass die Fortschritte weiter gefestigt werden, stehe ich euch gerne mit Tipps und Materialien zur Seite. Gemeinsam schaffen wir es, dass das Gelernte auch außerhalb der Einheiten weiter vertieft wird.
Mein Ziel ist es, deinem Kind nicht nur Lesekompetenz zu vermitteln, sondern auch ein Bewusstsein für die Bedeutung des Lesens zu schaffen. Im besten Fall möchte ich dein Kind für die faszinierende Welt der Bücher begeistern – auf eine individuelle, nachhaltige Weise und mit viel Herz.
Warum mir persönlich das Lesen so am Herzen liegt?
Seit meiner Jugend liebe ich das Lesen – es ist wie eine magische Tür, die die Welt und unendliches Wissen öffnet. Für Kinder ist das Lesenlernen so viel mehr als nur eine Fähigkeit: Es ist der Schlüssel zu allen Schulfächern, zur Entfaltung ihrer Neugier und zur Erfüllung ihrer Träume.
Wenn Kinder nicht flüssig und sinnerfassend lesen können, begegnen sie im Alltag und im späteren Leben vielen Herausforderungen: Texte in der Schule bleiben unverständlich, Prüfungen werden schwieriger, und das Selbstbewusstsein leidet. Später kann es Probleme geben, schriftliche Anweisungen zu verstehen, Informationen zu verarbeiten oder im Beruf erfolgreich zu sein. Lesen eröffnet Möglichkeiten – ohne diese Fähigkeit können sich Türen verschließen, die für Wissen, Chancen und persönliche Entwicklung so wichtig sind.
Thema LEGASTHENIE/LRS
Was ist Legasthenie?
Pädagogische Definition von Dr. Astrid Kopp-Duller
(Erster Österreichischer Dachverbandes für Legasthenie):
"Ein legasthener Mensch bei guter oder durchschnittlicher Intelligenz, nimmt seine Umwelt differenziert anders wahr, seine Aufmerksamkeit lässt, wenn er auf Symbole wie Zahlen oder Buchstaben trifft, nach, da er sie durch seine differenzierten Teilleistungen anders empfindet als nicht legasthene/dyskalkule Menschen. Dadurch ergeben sich Schwierigkeiten beim Erlernen des Lesens, Schreibens oder Rechnens."
Das Wichtigste zuerst:
Dein Kind ist weder dumm noch faul oder krank!
Legasthene Menschen sind in der Regel sehr intelligent und besitzen oft außergewöhnliche Fähigkeiten. Viele berühmte Persönlichkeiten mit Legasthenie – darunter Albert Einstein, Steven Spielberg, Tom Cruise, Johann Wolfgang von Goethe, John Lennon, Ingvar Kamprad, Agatha Christie, Ernest Hemingway und viele andere – zeigen eindrucksvoll, dass Legasthenie kein Hindernis für herausragende Leistungen ist.
Was bedeutet das konkret?
Legasthene Menschen werden im Umgang mit Buchstaben oder Zahlen gelegentlich unaufmerksam. Dies führt zu Wahrnehmungsfehlern, die sich auf das Lesen, Schreiben oder Rechnen auswirken können.
Warum passiert das?
Der Grund liegt in einer besonderen Ausprägung der Sinneswahrnehmung. Bereiche wie Sehen (optische Differenzierung/Gedächtnis/Serialität), Hören (akustische Differenzierung/Gedächtnis/Serialität) und räumliches Wahrnehmen (Raumorientierung, Körperschema) sind anders geformt und nicht immer optimal für die Verarbeitung von Symbolen wie Buchstaben und Zahlen angepasst.
Wann spricht man von Legasthenie?
Man spricht von Legasthenie, wenn ein Kind:
- zeitweise unaufmerksam beim Lesen, Schreiben oder Rechnen ist, insbesondere im direkten Kontakt mit Buchstaben- oder Zahlensymbolen
- Sinneswahrnehmungen hat, die nicht ausreichend geschärft sind, um die Grundlagen des Lesens, Schreibens oder Rechnens sicher zu erlernen,
- Wahrnehmungsfehler macht, die durch die unscharfen Sinneswahrnehmungen und die daraus resultierende Unaufmerksamkeit verursacht werden.
Mögliche Anzeichen einer Legasthenie?
Abhängig vom Alter gibt es diverse Anzeichen (die aber nicht zwingend auf eine Legasthenie hinweisen)
Ein paar Beispiele für Schüler bis 9 Jahre: große Schwierigkeiten beim Lernen des Lesens und Schreibens, ständiges und fortlaufendes Vertauschen von Zahlen und Buchstaben (z.B. 15 für 51, b für d), Probleme beim Unterscheiden von links und rechts, Unaufmerksamkeit, Probleme beim Wiedererkennen bereits gelesener oder geschriebener Wörter, regelmäßiges Üben bringt nicht den gewünschten Erfolg, Schwierigkeiten im Erinnern an Reihenfolgen (Tage der Woche, Jahreszeiten, Alphabet), Wörter werden in einem Text einmal richtig einmal falsch geschrieben, fortlaufende Schwierigkeiten beim Schuhe binden, Seilspringen, Ballfangen usw.
Warum ist es gut, rechtzeitig mit einem Training zu beginnen?
Ein rechtzeitiges Training bei Legasthenie oder Lese-Rechtschreibschwäche ist entscheidend, um Lernrückstände zu vermeiden, das Selbstvertrauen zu stärken und die Freude am Lernen zu erhalten. Es ermöglicht Kindern, ihre individuellen Stärken zu entfalten, Frustration zu reduzieren und langfristig erfolgreich in der Schule zu sein.
Falls fachliche Unterstützung durch Ärzt:innen, Logopäd:innen, Ergotherapeut:innen oder Psycholog:innen nötig ist, ersetzt Lerntraining diese nicht, sondern ergänzt und unterstützt sie zusätzlich.